Alexandre Cerovac: Umnutzung und Erweiterung der Villa Berg in Stuttgart

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Alexandre Cerovac macht in seiner Masterthesis “Umnutzung und Erweiterung der Villa Berg in Stuttgart” den Vorschlag die Villa Berg als ein neuartiges Zentrum für Bürgerbeteiligung umzunutzen:

“Die Villa Berg in Stuttgart ist – nach Beendigung der Nutzung als Sende- und Konzertsaal des Südwestrundfunks – nun seit fast einem Jahrzehnt ungenutzt. Die Stadt Stuttgart und der Investor Property Development Investors GmbH, der die Villa erst im Januar 2014 erwarb, sind uneins über die gewünschte Nutzung der Villa. Jedoch wächst der Zeitdruck eine Nachnutzung für die Villa Berg zu finden, da sich der Zustand der Villa  zunehmend verschlechtert – das Gebäude befindet sich bereits in einem desolaten Zustand.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Forderungen nach mehr direkter Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungsprozessen in Deutschland bestehen. Im Kontrast dazu haben Reformbewegungen wie die Bürgerkommune wieder an Schwung verloren. Vor diesem Hintergrund besteht also ein Bedarf an öffentlichem Raum, in dem freie Meinungsäußerung, Information, Austausch zwischen Bürgern und die Auseinandersetzung von Bürgerschaft und politischen Entscheidungsträgern – kurz: in dem Bürgerbeteiligung am Politikprozess – ermöglicht wird. Die Neuplanung der Villa Berg in Stuttgart soll diesem Bedarf gerecht werden, indem ein öffentlicher Raum geschaffen wird, in dem der Austausch unter Bürgern und mit Politikern, Informationsbeschaffung und Wissenstransfer und damit die Beteiligung der Bürgerschaft an politischen Entscheidungen ermöglicht wird.”

Pläne zum Entwurf “Zentrum für Bürgerbeteiligung”

Eine Frage an Maria Gromadzka: Sie haben sich in Ihrer Masterthesis mit der ursprünglichen Konzeption in der Villa sowie einer möglichen Rekonstruktion befasst. Zu welche Ergebnissen sind Sie gekommen?

Veni, vidi… – Die Reise nach Italien Die Entstehung der Villa Berg in Stuttgart habe ich als faszinierende Geschichte entdeckt, voller Leidenschaft und Ehrgeiz der drei Männer: Kronprinz Karl, Friedrich Wilhelm Hackländer – der Sekretär – und Christian Friedrich von Leins – der Hofbaumeister. Mitte des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der Entwicklung der Eisenbahn, als das englische Wort „Tourist“ in der deutschen Sprache auftaucht, haben die drei Freunde entschieden, nach Italien zu reisen. Die Reise war für den Kronprinz beeindruckend. Besonders von dortigen Villen begeistert, verspürte der Thronfolger den Wünsch ein Stück Italien in Stuttgart zu erstellen. Wie der Renaissance-Adel wollte auch Kronprinz Karl näher zur Natur wohnen und das gesellschaftliche Leben mit der kulturellen Entwicklung verbinden und der Privatsphäre annähern. Der Wohnsitz war für den Kronprinz Karl und seine Frau Olga, Großfürstin von Russland, gedacht, welche er 1846 geheiratet hatte.

Abbildung 1: Geschichte

Villa oder Burg? Das Besondere des Entwurfs der Villa ist die Finesse des Konzepts. Die Villa wurde 1845 auf der Spitze des Höll’schen Bühls, am Eingang des Stuttgarter Talkessels, gebaut. Das Bauwerk ist an der Blickachse zum Königsschloss Rosenstein ausgerichtet, welches dem Vater des Kronprinzen, Wilhelm I., gehörte und dies beeinflusst das ganze Konzept. Quer zu dieser gedachten Linie verläuft die Kompositionsachse der ganzen Anlage, die den Entwurf des Parks, die Lage des Gebäudes und die Bedeutung der Nordflügeln begründet. Die Villa ist auch durch eine Blickachse mit dem Württemberg verbunden, wo sich die Grabkapelle der Königin Katharina befindet und sich ursprünglich die Stammburg der Dynastie befand.

Abbildung 2: Park

Abbildung 2: Park

Die Gestaltungsidee der Villa Berg ist ebenso sehr durchdacht. Das Gebäude im Stil der italienischen Neorenaissance nimmt Bezug auf regionale Traditionen, die sich zum Beispiel im geschosshohen Sockel aus kräftigen Rustikaquadern des roten Sandsteins erkennen lässt. Dieses Untergeschoss, das auch die wichtigen Nordflügel mit den beiden Toren der Ein- und Ausfahrt umfasst, erwecken den Eindruck einer Ringmauer mit burgenartigem Charakter. Auch die Türme und Art des Innenhofs sind der italienischen Architektur fremd und erinnern eher an den Bau der germanischen Tradition. Im Inneren der Villa Im Inneren erfüllt das Bauwerk repräsentative und private Funktionen einer königlichen Residenz. Die Parkanlage und die Flügel mit dem Innenhof dienen dem herrschaftlichen Empfang. Das Eingangstor befindet sich auf der Blickachse zur Stadt Stuttgart in der Mitte des Nordflügels mit Übergang zum Park mit Belvedere. Im Erdgeschoss befinden sich repräsentative Räume des gesellschaftlichen Lebens, die sich in den Gebäudeachsen auf die vorgelagerten Terrassen des Unterbaus öffnen. Die Raumfolge ist zirkular um den Kern des Treppenhauses angeordnet. Der größte Raum ist der zweigeschossige Tanzsaal mit einer Galerie für Orchester und Zuschauer. Die zentrale, repräsentative Treppe führt ins Obergeschoss. Diese Ebene ist in zwei symmetrische Hälften aufgeteilt. Auf der Südseite befinden sich die Zimmer des Königs, auf der Nordseite die Zimmer der Königin. Die beiden Raumfluchten der privaten Bereiche treffen sich im gemeinsamen Schlafzimmer. Im Dachgeschoss befinden sich Räume für die Bediensteten. Im Untergeschoss sind grottenartige Räume einer Badeanlage mit einer Verbindung zu dem vorgelagerten Wasserbecken eingebaut.

Abbildung 3: Funktionen

Abbildung 3: Funktionen

Damals und heute Sowohl diese gestalterischen Elemente, die Qualität des Entwurfs, die Komposition und Lage der Villa als auch die Entstehungsgeschichte machen die Villa und den Park in ihrer ursprünglichen Gestaltung zu einer Einheit von hoher Wichtigkeit. Die Villa wurde 1951, nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, nach der damals vorherrschenden Denkweise ohne Rücksicht auf das bestehende Bauwerk, sondern nur im Hinblick auf die neue Nutzung – der Sendesaal – umgebaut. Die Nutzung erforderte erhebliche Änderungen im ursprünglichen Konzept. Durch die Zerstörung der Flügelbauten und die Errichtung der Studiobauten sind die Blickachsen architektonisch nicht mehr vorhanden. Der Bau des Studios in unmittelbare Nähe hat die Villa ihrer Dominanz beraubt. In den nach dem Bombenbrand übrig gebliebenen Außenmauern wurde der zweigeschossige Sendesaal nach dem Entwurf von Egon Eiermann eingebaut. Um den Sendesaal stützenfrei konstruieren zu können, wurden die Turmaufbauten an den vier Ecken des Gebäudes entfernt. Durch diese Maßnahmen gingen die architektonischen Grundmotive und die ästhetischen Proportionen des Entwurfs von Christian Friedrich Leins verloren. Die Villa Berg schafft Identität Die Villa Berg wurde am Beginn der Industrialisierung sowie während politischer und philosophischer Umbrüche entworfen. Es waren die Zeiten der stürmischen Diskussionen, in der man die Fragen nach Bedürfnissen der neuen Gesellschaft beantworten wollte. Auch in der Architektur suchte man nach einer eigenen Identität in der sich verändernden Welt. Gottfried Semper (1803 – 1879), der große Architekturtheoretiker, schrieb damals über Faktoren, die in einem Gebäude erkennbar sein sollen: „alle räumlichen und persönlichen Einflüsse und Momente der Gestaltung (…): physische Beschaffenheit des Landes (…) [und] lokale Einflüsse (…). Endlich, ist noch die Hand des Künstlers, dessen individuelle Persönlichkeit und Stimmung hervorzuheben“[1]. Er zeigt, dass ein Gebäude an regionale Bedürfnissen und Traditionen angepasst werden sollte, um die Identität der lokalen Gesellschaft zu stärken. Im Entwurf der Villa Berg wurde das durch Bezüge an regionale architektonische Elemente und Blickachsen verwirklicht. Heutzutage hat sich die Recherche der Kulturwissenschaften in dieser Richtung stark weiterentwickelt. Beispielsweise wurde nachgewiesen, dass es neben dem Gedächtnis jedes einzelnen Menschen auch ein „Gruppengedächtnis“ gibt, in welchem Kultur, Werte und Identität gespeichert und durch verschiedene Elemente tradiert werden. Diese können zahlreiche Formen annehmen: von der architektonischen Gestalt der Stadt bis zum spezifischen Idiom der Sprache oder den unzählbaren Details des Alltags. Die Villa Berg übernimmt in Stuttgart eine derartige Funktion. Die Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass das Gruppengedächtnis geprägt und geschützt werden muss, um die Identität der Gesellschaft und der Einzelnen zu schützen. „Süddeutsche Akademie der Künste und Wissenschaften“ In dem Entwurf meiner Masterarbeit gehe ich davon aus, dass durch den Umbau 1951 die im Entwurf erhaltene Verbindung mit geschichtlichen Wurzeln unterbrochen wurde. Die übrigen Elemente des Konzeptes – Außenwände des Gebäudes und Teile des Parks – bilden keine Einheit mehr. Deswegen stelle ich in meinem Projekt ein Konzept vor, in dem der Sendesaal von Egon Eiermann herausgenommen und an einem anderen Ort wieder aufgebaut wird, dafür wird im Inneren der Villa das ursprüngliche architektonische Gefüge nach zeitgenössischen Bedürfnissen wiederaufgebaut. Auch die für das ursprüngliche Konzept wichtigen Nordflügeln und Türme werden in moderner Formensprache wiederhergestellt. Im Projekt war es mir wichtig, die Blickachsen wieder wirken zu lassen. So entsteht ein Konzept von einer „Süddeutschen Akademie der Künste und Wissenschaften“. Die wiederhergestellte Villa Berg soll ein Ort der Begegnung für Stuttgart werden. In diesem Konzept wird das Gebäude zum Zentrum des Denkens und Schaffens. Hier werden Räume für Arbeit und Kommunikation zur Verfügung gestellt. Ziel des Projektes ist die Wiederverknüpfung und gegenseitige Unterstützung von zum Teil sich widerstrebenden oder ignorierenden Kräften: Wissenschaft und Kunst – und deren Verbindung mit der Öffentlichkeit. Hier finden Sie die Pläne zu dem Entwurf “Süddeutsche Akademie der Künste und Wissenschaften”:

Im Erdgeschoss befinden sich Seminar- und Ausstellungsräume und im Obergeschoss die Säle für Gruppenarbeit. Im Dachgeschoss werden Hotelzimmer und Appartements für Teilnehmer des Projektes eingeplant. Nicht nur die dynamische innere Struktur des Gebäudes mit seinen vertikalen und horizontalen Verbindungen wird wiederhergestellt, sondern auch die Abstufung der privaten Sphäre der Villa, was sich in der Fassadengestaltung wiederspiegelt. Die Räume in Nordflügel dienen als Ateliers für Künstler und die Terrassen als Cafeteria. Im Untergeschoss werden Thermen geplant. Zusammenfassend ist der Schwerpunkt meines Entwurfs das Wiederanknüpfen an die Elemente des ursprünglichen Konzeptes, die Integration in eine Einheit und die Verbindung der Villa Berg mit der Struktur der Stadt als ein Ort der Begegnung. Die vollständige Arbeit – vorgelegt von Maria Gromadzka als Masterthesis an der Hochschule für Technik im SS 2014, unter Betreuung von Prof. Peter Krebs, Prof. Harald Roser und Prof. Peter Schneider – finden Sie in der folgenden PDF-Datei. Eine weitere Veröffentlichung oder Vervielfältigung der Diplomarbeit ist ohne Zustimmung der Autorin nicht erlaubt.

[1] Semper, Gottfried: Schmuck als Kunstsymbol, in: Monatsschrift des wissenschaftlichen Vereins. Akademische Vorträge, Heft 3, S. 5-42, Zürich 1856, S. 40

Maria Gromadzka studiert Denkmalpflege an der Technischen Universität in Berlin. Zuvor studierte sie Architektur an der Hochschule für Technik in Stuttgart und an der Universität der Künste in Poznań. Die Faszination für Denkmalpflege hat mit der Masterarbeit zur Villa Berg in Stuttgart angefangen. Ihre beruflichen Wege sind noch offen, aber eine Richtung wurde damit gelegt.

10. Stammtisch – Villa Berg und Park (02.12.2014)

Am Dienstag, 2.12.2014 ab 19 Uhr war der 10. Stammtisch im Restaurant Theater Friedenau. Im Dezember haben wir mit ca. 15 Gästen das Jahr ausklingen lassen, zurückgeschaut auf 2014 und einen Blick auf mögliche Aktivitäten in 2015 geworfen. Zudem konnten wir Uli Gohl begrüssen, der sein neues Buch “Die Villa Berg und ihr Park – Geschichte und Bilder” vorgestellt hat. Danke an alle Besucher unserer Stammtische 2014.

„Baumeister Leins soll leben!“ – Hörbild über die Villa Berg und Buchvorstellung (21.11.14)

Das Schicksal der Villa Berg ist in aller Munde. Von der historischen und der humorigen Seite näherte sich die neue Folge von „Text & Extra“ dem brisanten Thema – am Freitag, dem 21. November ab 19 Uhr im MUSE-O. Die Stuttgarter Kabarettgruppe Mustermann und die Motzlöffel – der Historiker Ulrich Gohl und seine beiden Mitstreiter Martin Ehmann und Ulrich Heinz – zeichneten in einer szenischen Lesung ein “Hörbild” über die Villa Berg. Der Abend trug den Titel „Baumeister Leins soll leben!“ und lud ein ernste und heitere Texte zu entdecken, die sich mit der Geschichte des königlichen Schlosses Villa Berg befassen. So hörten die geneigten Zuhörerinnen und Zuhörer auch Auszüge aus den umfangreichen Richtspruch, den ein Handwerksmeister 1852 ausgebracht hat; er gipfelte in dem Ausruf: „Baumeister Leins soll leben!“. Geheimnisvolles habe sich, so schrieb ein Journalist 1925 über die Zeit um 1890, damals im weitläufigen Park der Villa zugetragen – der Abend hat die Details präsentiert. Die Besuchen haben aber auch von der äußerst merkwürdigen Begegnung zwischen dem dadistischen Dichter Kurt Schwitters und dem württembergischen Staatspräsidenten Wilhelm Bazille auf der Toilette der Villa Berg anno 1929 erfahren, bei der sich die beiden en passant über moderne Architektur unterhalten haben. An diesem Abend wurde außerdem ein neues Buch über die Villa Berg der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich dabei um die stark bearbeitete und erheblich erweiterte Neuauflage des Titel „Die Villa Berg und ihr Park – Geschichte und Bilder“, die Ulrich Gohl zusammengestellt hat. Der Band ist nun 229 Seiten stark, enthält nahezu 200 Bilder und trägt einen festen Einband. Die Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit von MUSE-O und Ostend-Buchhandlung in der MUSE-O-Reihe „Text & Extra”.

9. Stammtisch – Villa Berg und Park (04.11.2014)

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Wir laden alle Freundinnen und Freunde der Villa Berg und ihres Parks zu einem offenen monatlichen Stammtisch im Nebenzimmer des Restaurant Theater Friedenau ein. Unser Gast am Dienstag, 4.11.2014 war der Cannstatter Historiker Olaf Schulze. Er hat sich in einem halbstündigen, bebilderten Vortrag auf eine Spurensuche des Alten Bergfriedhofs im Raitelsberg begeben.

Vom Vorläufer des 1885 eröffneten Bergfriedhofs haben sich nur wenige Spuren erhalten. 1825 angelegt, diente der Alte Bergfriedhof im Raitelsberg (mehrfach vergrößert) bis 1884 als Bestattungsort der Anrainer. Er wurde 1901, nachdem ab 1885 noch Nachbestattungen durchgeführt worden waren, offiziell geschlossen und kurz vor dem Ersten Weltkrieg allgemein zugänglich gemacht. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden immer mehr Grabsteine abgeräumt, die Friedhofsmauer verschwand, vor allem nachdem die Verantwortung für das Gelände 1951 an das Gartenbauamt übergegangen war. Dieses gestaltete den ehemaligen Friedhof 1952 um und vergrößerte damit den Park der Villa Berg. In den 1970er Jahren wurde die Spielfäche für einen Kindergarten auf einem Teil des Alten Bergfriedhofs untergebracht. Olaf Schulze geht der Frage nach, was heute noch zu sehen ist, und wie der alte Bergfriedhof wieder mehr ins Bewusstsein der Parkbesucher gerückt werden könnte.

Olaf Schulze (Jg. 1965) stammt aus Pforzheim und hat in Stuttgart Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Er lebt und arbeitet als Freier Historiker (und Trauerredner) in Pforzheim und Stuttgart-Bad Cannstatt. Er ist 2. Vorstand von Pro Alt-Cannstatt, erarbeitet für das Stadtmuseum Bad Cannstatt seit 2007 historische Ausstellungen und bietet zahlreiche Führungen an (auch zum Thema Friedhofskultur).

4. TEDxStuttgart “Post-x” (31.10.14)

Beim 4. TEDxStuttgart am Freitag, 31.10.14 ab 17:00 Uhr im Theater der Altstadt präsentierten elf Experten aus verschiedenen Disziplinen Ideen für die “Post-x”-Ära und gaben Impulse für Veränderungen mit auf den Weg. Entstanden aus der Konferenz TED, die Technologie, Design und Unterhaltung zusammenführt, ist TEDx zu einem globalen Netzwerk für Ideen geworden. „Ideas worth spreading“ lautet der Slogan: Vordenker versuchen in höchstens 18minütigen Talks das Publikum für ihre Ideen zu begeistern.

Deborah Brinkschulte von Geschichte trifft Zukunft – Occupy Villa Berg hat an dem Abend einen Impuls gegeben zu “Und Ihr wollt wirklich die Villa besetzen? Über die Rückeroberung der Stadt.”

Jede Stadt besitzt identitätsstiftende Orte, die einer Nachbarschaft ein Gesicht geben. In vielen Fällen wurden diese privatisiert und kommerzialisiert und werden in der Folge von Bürgern als fremde Orte wahrgenommen. Werden diese vernachlässigt, wird dies daher mehrheitlich einfach hingenommen. Initiativen, die solche Orte wiederbeleben wollen, bleiben oft – auch mangels Interesse – schon in ihren Ansätzen stecken. Wie können bei den Bürgern Bewusstsein, Verantwortung und Engagement für ihre Nachbarschaft (wieder) geweckt werden?

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir bei TEDxStuttgart als Speaker eingeladen waren, die Veranstaltungsreihe verantwortet die TEDxStuttgart UG.

Fotos: Michael Haußmann

Architektur-Forum vor Ort (27.10.14)

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Am Montag 27.10.14 organisierte das Architektur-Forum Baden-Württemberg ab 19.00 Uhr eine spannende Podiumsdiskussion im Eiermann-Saal der Villa Berg.

Seit dem Auszug des SWR aus der Villa Berg sind die Versuche der kulturhistorisch bedeutsamen Villa und dem Park eine neue Nutzung zu geben bisher ergebnislos verlaufen. In drei Vorträgen und einem Podiumsgespräch wurde die Bedeutung von Villa und Park neu in den Blick gerückt, der derzeitige Diskussionsstand dargestellt und Ausblicke auf mögliche Nutzungskonzepte und -perspektiven für die Villa Berg skizziert. Über Ideen und Visionen haben sich ausgetauscht:

  • Prof. Franz Pesch, Professor für Stadtplanung und Architektur an der Universität Stuttgart,
  • Christian Dosch, Mit-Initiator von “Geschichte trifft Zukunft – Occupy Villa Berg”,
  • Andreas Baur, Leiter der Villa Merkel in Esslingen,
  • Martin Körner, Fraktionsvorsitzender der Stuttgarter SPD, sowie

Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Achim Söding und veranstaltet von der Stiftung Architektur-Forum Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Stuttgart im Rahmen der Reihe Architektur – Forum vor Ort. Veranstaltungsort war der Sendesaal der Villa Berg.