Archiv der Kategorie: Aktionen

Barbara Drescher (Landschaftsplanerin)

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Zum Abschluss von Occupy Villa Berg interviewen wir engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Aktionen den Park der Villa Berg bereichert und belebt haben. So haben wir auch Barbara Drescher, freie Landschaftsplanerin und Expertin beim Botanischen Spaziergang ein paar Fragen gestellt.

Könnten Sie uns die Führung, die Sie angeboten haben, kurz beschreiben?

Ich habe zum astronomischen Frühjahrsanfang im März 2015 einen botanischen Spaziergang angeboten und wollte die „Wiederauferstehung der Natur“ veranschaulichen. Außer dem Park selbst konnten die TeilnehmerInnen dessen landschaftliche Einbindung und Zuordnung zu Nesenbachtal und Neckartal erkennen.

Welche Besonderheiten zeichnen aus Ihrer Sicht Villa Berg und Park aus?

Bei der Parkführung wollte ich v.a. auf die Landschaftsqualitäten des Gipskeuper-Hügels eingehen, der genau oberhalb der Nesenbach-Mündung in den Neckar liegt und daher beide Fließgewässer zu Füßen hat. Die landschaftliche Gestaltung im englischen Stil ließ die natürlichen Gegebenheiten des Hügels mit Eschen-Ahorn-Hangwäldern zum Neckar hin zur Geltung kommen. Im 19. Jahrhundert veränderte man die Bodenoberfläche nicht so grobschlächtig, wie das heute oft der Fall ist.

Durch die freie Lage des Hügels hat man je nach Hangausrichtung sehr unterschiedliche Sonneneinstrahlung und Wärmegenuss für Pflanzen, Tiere und Menschen. Bei der Parkanlage hat man dies genutzt und je nach Himmelsrichtung z.B. einen Rosengarten angelegt oder eine Grotte. Viele der exotischen Baumarten, die man als Statussymbole von Rhein, Mittelmeerraum und anderen Gegenden hergeholt und gepflanzt hat, sind – je nach Wärmebedürfnis – sorgfältig den verschiedenen Hangausrichtungen zugeordnet.

Das Hochplateau, auf dem sich vor dem Bau der Villa Berg wohl Gärten und Äcker befanden, wurde durch Alleen mit der Villa verbunden. Ansonsten wurde es wohl eher licht gehalten, um die Blickbeziehungen zu den anderen Anwesen der königlichen Familie sichtbar zu machen. in dem Parkteil gibt es bis heute im frühen Frühling mit dem Acker-Gelbsternchen (Gagea villosa) ein seltenes Relikt aus der Zeit der Gärten und Weinberge zu sehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die naturräumliche Vielfalt im Park eine hohe Standort- und Artenvielfalt mit sich bringt. Und das sieht und fühlt man – auch wenn man nichts von einzelnen Arten weiß!

Die Pflanzenartenvielfalt der Hangwälder, in denen es im Frühjahr Blausternchen, Gelbe Anemonen und Lerchensporn in großer Anzahl gegeben haben dürfte, wird heute mit Zierpflanzen den Parkbesuchern vor Augen geführt: So ist die Krokuswiese eine der Attraktionen des Parks. Kommend vom Osteingang wird man im Frühling mit blauen, weißen und hell-türkisfarbenen Pflanzenteppichen aus Szilla (Blausternchen) empfangen. Im Park hat man Naturgenuss und Gartenkultur vom Feinsten auf kleinem Raum und v.a. auch in der Nähe von dicht bebauten Siedlungen!

Was wollten Sie den TeilnehmerInnen vermitteln?

Ich wollte mit der Führung deutlich machen, dass Grünanlagen dann am Besten geplant und gestaltet werden, wenn sich die Planer auf die natürlichen Gegebenheiten einlassen und diese bei der Gestaltung der Anlage herausarbeiten – anstatt gegen die Natur zu arbeiten.

Wie waren die Reaktionen und Rückmeldungen der TeilnehmerInnen?

Sehr gefreut habe ich mich über die Rückmeldung einer älteren Dame. Sie hat mir Tage drauf begeistert erzählt, dass es sogar ihren jungen Neffen gefesselt habe, was man da sehen und erkennen konnte. Für ihn war es wie „Spuren lesen“ in der Natur.

Was bedeuten Villa Berg und Park für Sie persönlich?

Es sind die Kleinode in unserer Stadt, die man bewahren und pflegen muss. Ihr Nutzen für Kunst, Kultur und Erholung der Menschen in direkter Nähe von Siedlungen ist unermesslich hoch. Im Vergleich dazu sind die Kosten für Erhalt und Pflege der Parks eher noch gering. Das ist in meinen Augen das am besten investierte Geld für die Bürger in unserer Stadt!

Mehr Bilder zum Botanischen Spaziergang finden Sie hier.

Matze Fugel (Bergkonzerte)

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Zum Abschluss von Occupy Villa Berg interviewen wir engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Aktionen den Park der Villa Berg bereichert und belebt haben. So haben wir auch Matze Fugel, ehem. Popbüro Region Stuttgart und Organisator der Bergkonzerte ein paar Fragen gestellt.

Könntest Du uns die Aktion, die Ihr angeboten habt, kurz beschreiben?

Im August 2014 arbeitete ich beim Popbüro Region Stuttgart, welches die Aufgabe hat, u.a. junge Musiker und Musikerinnen zu unterstützen und zu fördern. Jedoch ist es für junge Bands durchaus schwierig, eine Location zu finden, in der sie auftreten können. Und sollte dies dann klappen, wer außer den engeren Bekannten und Freunden entscheidet sich, bei dem musikalischen Überangebot, was eine Stadt wie Stuttgart bietet, zu einem Konzert einer unbekannten Nachwuchsband zu gehen? Daraus entstand der Gedanke, man müsse diese Musiker und Bands im öffentlichem Raum platzieren, an Orten, an denen sie auch die Möglichkeit haben, sich vor unbekanntem Publikum zu präsentieren, um dieses zu generieren. So entstand die Idee des Bergkonzerts. Schnell wurden zusammen mit der Initiative Occupy Villa Berg weitere Gedanken gesponnen, wie man dieses Konzept erweitern kann. Schließlich wurde das „Bergkonzert“  bald zu der Reihe „Bergkonzerte“, die neben dem Konzertgedanken auch die Idee innehatte, Orte die bedeutend und besonders für Stuttgart sind, den Bewohnern der Stadt näher zu bringen, und diese kulturell zu beleben.

Welchen Ort habt Ihr ausgewählt? Warum?

Die Villa Berg und Umgebung war als Location perfekt geeignet für die Premiere des Bergkonzerts. Wir entschieden uns dafür, die Musiker in dem Pavillon oberhalb des Rosengartens zu positionieren. Das Publikum konnte sich an den Hang davor setzen, die Musiker waren überdacht und der Buschpilot als Getränke- und Toilettenlieferant war in gehbarer Nähe. Außerdem war der Blick von dort einfach traumhaft. Passend zum Konzert verschwand im Rücken der Musiker langsam die Sonne hinter den Hügeln Stuttgarts, was einen wesentlichen Teil zur Atmosphäre des Konzerts beigetragen hat.

Welche Besonderheiten zeichnen aus Deiner Sicht Villa Berg und Park aus?

Eine herausragende Besonderheit ist meiner Meinung die zentrale Lage des Areals. Man geht von der U-Bahn-Haltestelle SWR/Metzstraße nur einige Meter und man erwartet Vieles, jedoch nicht den Blick auf den wunderschönen Pavillon und die dahinterliegende Villa. Und doch scheint die Villa und ihre Umgebung bei vielen Stuttgartern unbekannt zu sein. Desweiteren hat das Ganze einfach eine ordentliche Portion Charme. Da stehen Überbleibsel eines imposanten Gebäudes, welches über 150 Jahre alt ist, und es scheint Keinen zu interessieren. Nein, man kommt sogar auf so verrückte Ideen, sich auf dem Schlossplatz oder im Schlosspark neben den Baggern zu erholen, dabei liegt die Ruheoase inmitten der Stadt, die Villa und der angrenzende Park.

Was wolltet Ihr mit dem Bergkonzert den Teilnehmern vermitteln?

Zum einen wollten wir natürlich junge Bands und Musiker aus dem Raum Stuttgart durch ein Konzert in öffentlichem Raum einem neuen Publikum präsentieren. Gleichzeitig war es für das Publikum eine Möglichkeit einen Ort in Stuttgart abseits des Trubels und des Alltags kennenzulernen. Durch die Reihe soll auch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, welche besonderen Orte es in Stuttgart gibt, die jedoch nicht direkt vor der Nase sind, aber die dennoch einen Besuch lohnen. Durch die kulturelle Belebung des Ortes wird dieser in ein anderes Licht gestellt.

Wie waren die Reaktionen und Rückmeldungen der Gäste? Was nehmen die Gäste mit?

Die Reaktionen waren durchweg positiv. Während beim ersten Bergkonzert an der Villa Berg rund 200 Gäste den Weg zum Pavillon gefunden haben, haben im Juni 2015 circa 600 Menschen den weiten Weg bis zum Teehaus im Weißenburgpark auf sich genommen. Viele haben es als wundervollen Ausklang des Wochenendes empfunden und die schöne Atmosphäre gelobt. Und wirklich Viele haben sich gewundert, dass sie doch schon so lange in Stuttgart wohnen, aber den Park, die Villa und den dazugehörigen Pavillon noch nie gesehen haben. Die Gäste nehmen bzw. nahmen auf jeden Fall einen schönen Abend mit Sonnenuntergang und schöner handgemachter Nachwuchsmusik, eine neue Lieblingslocation in Stuttgart und hoffentlich das Bewusstsein dafür mit, dass es auch abseits der Alltagswege in Stuttgart jede Menge Orte gibt, die es zu entdecken lohnt.

Was bedeuten Villa Berg und Park für Dich persönlich?

Mir persönlich bietet die Villa und der Park ganz klar die Möglichkeit, mich mit Stuttgart zu identifizieren. Es ist ein Ort abseits der überfüllten Straßen und Fußgängerzonen, der zum Entspannen geeignet ist. Außerdem ist es der Ort in Stuttgart, den ich am liebsten Freunden und Bekannten ans Herz lege, die nicht aus Stuttgart kommen. Natürlich ist die Villa für mich auch Erinnerung an einen wunderschönen Konzertabend mit allerlei lieben, lockeren und freundlichen Menschen, die einen Sonntag Abend dazu genutzt haben, in heimeliger Atmosphäre entspannter Musik zu lauschen.

Welche Vorschläge und Ideen hast Du, um die Villa Berg und den Park weiter zu beleben?

Wenn sich etwas wirklich perfekt für kleinere Konzerte eignet, dann ist es der Pavillon oberhalb dem Rosengarten. Dort könnten noch weitaus mehr Konzerte stattfinden. Für die Villa wäre es schön, wenn es eine Möglichkeit gäbe, das Angebot breit zu fächern, dass es auch für ein möglichst breites Publikum interessant ist. Oder aber, um ein aktuelles Thema aufzugreifen: Weshalb nicht ein kulturelles Zentrum für Flüchtlinge und Asylsuchende schaffen? Während es immer nur um fehlende Unterkünfte und überfüllte Bahnhöfe geht, sollte doch langsam auch das Potential jener Menschen abseits von Arbeitskraft entdeckt und gefördert werden.

Mehr Bilder des Bergkonzerts im Park der Villa Berg findet Ihr hier.

Kathrin Grix (Gospel im Osten)

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Zum Abschluss von Occupy Villa Berg interviewen wir engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Aktionen den Park der Villa Berg bereichert und belebt haben. So haben wir auch Kathrin Grix, Gospel im Osten ein paar Fragen gestellt.

Wie entstand die Idee eines Open Air-Konzerts im Park?

2013 entstand die Idee zu einem Open Air-Konzert im Park der Villa Berg. Zur gleichen Zeit wurde der Gemeinderatsbeschluss zum Rückkauf der Villa gefasst und unser Projekt wurde bei den zuständigen Ämtern sehr wohlwollend aufgenommen. Und so standen am 19. Juli 2014 rund 350 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne an der Westseite der Villa, vor ihnen auf der Wiese mit Picknickdecken ausgestattet rund 1000 Besucher, die sich vom Gospelsound begeistern und mitreißen ließen. Für beide Seiten war dieser Abend ein sehr besonderes Erlebnis, so dass wir uns entschlossen, 2015 zum 10. Geburtstag von GiO das Open Air vor der Villa zu wiederholen. Diesmal war die Wiese und Bühne noch voller. Rund 1 1/2 Stunden dauerte ein Konzert mit Gospelsongs und Texten zu den Liedern, die dadurch auch noch mehr Tiefe bekamen. Besonders war auch, dass völlig unbeteiligte Spaziergänger stehenblieben, sich begeistern ließen und blieben – in einer Kirche wäre das wahrscheinlich nicht passiert.

Warum haben Sie den Park der Villa ausgewählt? Welche Besonderheiten haben für Sie Park und Villa?

Unsere Heimatkirche, die Heilandskirche am Kreisverkehr unterhalb der Villa Berg neben dem SWR, steht in enger historischer Verbindung zur Villa. Herzogin Wera von Württemberg ist die Stifterin der Kirche und noch heute gibt es im Pfarrgarten eine kleine Tür direkt in den Park zu ihrem ehemaligen Wohnort. Schon zu Weras Zeiten gab es Konzerte in der Villa, der SWR führte das im Eiermannsaal weiter. Und auch im Park gab es immer wieder Veranstaltungen, wie z.B. der Abschluss der 1. SDR-Hitparade. Die Villa ist also schon immer ein Ort mit Musik gewesen und warum soll sie das nicht wieder sein? Mit unserem 1.Open Air 2014 wollten wir auch zeigen, dass es immer noch funktioniert, dass dieser Ort nicht in Vergessenheit geraten ist. Und wir haben uns so wohl gefühlt, dass wir dieses Jahr wiedergekommen sind. Es passt einfach: die Leute auf der Wiese, Spaziergänger, die Villa im Abendlicht und dann Musik, Band, der große Chor. Es ist eine unheimlich dichte und schöne Atmosphäre.

Welche Rückmeldungen haben Sie von den Teilnehmern und Besuchern der Open Airs bekommen? Was wollten Sie den Teilnehmern vermitteln? Was nehmen Sie mit?

Nach beiden Sommer Open Airs haben wir sowohl von Mitsängern als auch Besuchern sehr viel positive Resonanz bekommen. Die besondere Atmosphäre vor der Villa, so viele Leute auf der Wiese, gemeinsam zu singen, das tolle Wetter, es war rundum eine gelungene Veranstaltung für alle Beteiligten. Für uns nehmen wir mit, dass es funktioniert, Gospel auch nach draußen zu holen, mittenrein in die Stadt und zu den Leuten.

Was bedeuten Villa und Park für Sie persönlich?

Neben dem historischen Bezug und der räumlichen Nähe zur Villa fanden und finden wir es sehr schade, dass sich niemand um das Gebäude und die dazugehörigen Anlagen kümmert. Es ist kulturelles Potential, dass einfach herunterkommt und nicht mehr genutzt werden kann. Wer die Konzerte des damaligen SDR noch kennt, weiß, wie toll die Atmosphäre in der Villa war. Der Leerstand und damit verbunden der Verfall des Gebäudes waren eigentlich unnötig und so sehen wir jetzt eine große Chance, die Villa wieder zu bespielen.

Welche Vorschläge und Ideen haben Sie, um die Villa und den Park weiter zu beleben?

Gerne würden wir die Open Air-Konzerte im Park weiterführen und denken hier weiter in Richtung Gospel Open: ein Wochenende mit verschiedenen Chören und Solokünstlern aus der Gospelszene, die dort vor der Villa und auch in der Villa auftreten, Sonntag morgen ein Gottesdienst im Park. Für viele Musikrichtungen gibt es in Stuttgart bereits Festivals, wie die JazzOpen, die HipHopOpen, warum nicht auch für Gospel? Für die Villa können wir uns vorstellen, dort Konzerte zu geben, Gospelworkshops zu veranstalten und auch eine regelmäßige Sonntagsmatinee wäre denkbar. Uns ist es wichtig, Gospel nicht nur in der Kirche zu bewegen, sondern diese Musik raus in die Stadt zu tragen. Deswegen setzen wir uns für eine öffentliche, kulturelle Nutzung der Villa ein, bei der wir uns gerne beteiligen.

Gospel im Osten, kurz GiO entstand 2005 aus der Idee heraus, die Heilandskirche in der Sickstrasse durch Musik wieder mit Leben zu füllen. Rund 30 Leute kamen zum ersten Projekt, blieben und brachten immer mehr Leute mit, so dass mittlerweile rund 450 Menschen zu den Chorproben kommen. Dafür wurde die Heilandskirche zu klein und der Chor zog im September 2014 in die größere Friedenskirche am Neckartor um. GiO ist projektweise organisiert, 3 Mal im Jahr jeweils 10 Proben und zum Abschluss ein Konzertwochenende. Kommen darf jeder und jede, Vorerfahrung ist nicht erforderlich. Das Motto „Singen ist Glückssache“ lässt sich so ganz leicht erleben. Weitere Infos zu GiO und den nächsten Terminen auf www.gospelimosten.de.

13. Stammtisch – Villa Berg und Park (15.09.2015)

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Am Dienstag, 15. September 2015, haben wir zu unserem letzten Stammtisch im Nebenzimmer des Restaurant Theater Friedenau eingeladen. Herr Michael Bott, Garten- und Landschaftsarchitekt mit Vertiefungsrichtung „Gartenhistorie“, beschäftigt bei KMB PLAN I WERK I STADT in Ludwigsburg, war unser Gast und hat einen Vortrag zum Thema „Park der Villa Berg“ halten.

Herr Bott ist mit der Sanierung des Belvedere mit Rosengarten und mit einer Planung zum Westgarten des Parks betraut, hat sich aber auch schon mit anderen historischen Parkanlagen in Stuttgart wie dem Kurpark von Bad Cannstatt, dem Lapidarium und der Karlshöhe befasst. In Bad Wildbad hat er sich mit der Rekonstruktion der Kuranlagen beschäftigt. Darüber hinaus ist er Mitautor der Bücher „250.000 Jahre Cannstatter Geschichte“ sowie „Gärten und Parks in Stuttgart“.

Sein Vortrag hat sich mit einer Einführung in die allgemeine Gartenhistorie beschäftigt und ist dann auf den Park der Villa Berg eingegangen, der im sog. „naturidealisierenden, gemischten Gartenstil“ vom Hofgärtner Friedrich Neuner entworfen wurde. Darüber hinaus ist er kurz auf die Bedeutung und Schwierigkeiten der Gartendenkmalpflege eingegangen.

Info-Veranstaltung Belvedere-Sanierung (28.07.15)

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Am Dienstag, 28. Juli 2015, haben wir zu einer Informationsveranstaltung zu den anstehenden Maßnahmen am Belvedere / Rosengarten sowie im Westgarten in die Evangelische Heilandskirche Berg eingeladen. Dort informierte Herr Volker Schirner, Amtsleiter beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt Stuttgart anhand von Plänen und Fotos über die aktuellen und geplanten architektonischen und landschaftsplanerischen Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei die historischen Bauten am Belvedere inklusive der Pergola, die Wiederherstellung einer angemessenen Bepflanzung, die Wiederinbetriebnahme des Brunnens, sowie ein am historischen Wegenetz orientiertes Wegesystem im Bereich der Obstwiese. Anschließend sind wir von der Heilandskirche gemeinsam in Richtung Rosengarten spaziert, wo die Maßnahmen nochmals vor Ort verdeutlicht wurden und Fragen zu den Arbeiten gestellt werden konnten.

Video- und Modellpräsentation zur Villa Berg (14.07.15)

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Fotos: Projektraum Lotte

An der Architekturfakultät der Hochschule für Technik Stuttgart entstehen zur Zeit spannende Visionen und Konzepte zur Nutzung der Villa Berg in Stuttgart. 20 Studentinnen und Studenten im Master-Studiengang Architektur erhielten im Sommersemester 2015 die Aufgabenstellung, für die Villa Berg Entwürfe zu erarbeiten. Vorgabe war, ein Konzerthaus im Park unter Einbeziehung der Villa Berg zu errichten. Es entstanden spannende studentische Konzepte, die vom 10. bis 12. Juli im Projektraum Lotte zu sehen waren. Am 14. Juli gab es eine Finissage mit Präsentationen und einer Podiumsdiskussion.

Die Villa Berg inmitten des zugehörigen Parks ist einer der herausragenden historischen Orte Stuttgarts. Die inzwischen vom Verfall bedrohte Villa sollte unbedingt renoviert und einer angemessenen Nutzung zugeführt werden. Gleichzeitig benötigt die Stadt Stuttgart seit längerem ein zweites Konzerthaus neben der chronisch überlasteten Liederhalle. Ein solcher Kulturbau mit einem großen Saal mit 2000 bis 2500 Plätzen und einem kleinen Saal mit etwa 600 Plätzen könnte den Stuttgarter Osten kulturell entscheidend aufwerten. Der Standort im Bereich der Villa Berg wäre ideal unter anderem auch als Endpunkt der Ostendstraße, der Magistrale des Stuttgarter Ostens. Nach Abriss der Fernseh- und Funkstudios, die vor etwa 50 Jahren im unmittelbaren Umfeld der Villa Berg errichtet wurden, bietet sich hier die Chance, dieses neue Konzerthaus unter Einbeziehung der Villa Berg zu errichten, ein Konzerthaus im Park mit dem historischen Flair der reaktivierten Villa.

Vor diesem Hintergrund entstanden unterschiedlichste studentische Entwürfe, deren Zwischenstand im Projektraum Lotte gezeigt werden und Anregung zur öffentlichen Diskussion geben soll. Die weitere Ausarbeitung erfolgt dann im kommenden Semester in Form von Masterthesen. Die dazu angefertigten studentischen Arbeiten aus dem Master-Studiengang Architektur an der Hochschule für Technik Stuttgart wurden von Prof. Rebecca Chestnutt und Prof. Tobias Wulf betreut.

Die Ausstellung war im Projektraum Lotte vom 10.–12. Juli von 10–16 Uhr zu sehen. Die Finissage fand am 14.7.2015 statt. Die Semesterpräsentation war eine Veranstaltung der Hochschule für Technik in Kooperation mit dem Projektraum Lotte, Occupy Villa Berg war Kommunikationspartner.

Ausstellung: 10.–12. Juli 2015, 10–16 Uhr
Finissage: 14. Juli 2015, Einlass 18 Uhr – Präsentation 19 Uhr – Podiumsdiskussion 20 Uhr
Veranstaltungsort: Projektraum Lotte, Willy-Brandt-Straße 18, 70173 Stuttgart

12. Stammtisch – Villa Berg und Park (09.06.2015)

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Wir laden alle Freundinnen und Freunde der Villa Berg und ihres Parks zu einem offenen Stammtisch ein, im Jahr 2015 findet dieser ein Mal pro Quartal statt. Der insgesamt 12te Villa Berg-Stammtisch fand am Dienstag, 9. Juni ab 19 Uhr im Nebenzimmer des Restaurant Theater Friedenau statt.

Für den Abend konnten wir Martin Holch als Gast gewinnen. Herr Holch leitet beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung das Sachgebiet Stadtsanierung und Stadterneuerung. Herr Holch und seine KollegInnen sind in den rund 20 nach dem Baugesetzbuch ausgewiesenen Sanierungsgebieten im gesamten Stadtgebiet tätig. Mit einem fachübergreifenden Ansatz sind sie verantwortlich für die wirkungsvolle Verwendung von Mitteln der Städtebauförderung zum Nutzen der Stadtteile und der Gesamtstadt. Das Gebiet Stuttgart 29 – Teilbereich Stöckach – ist 2012 förmlich festgelegt und 2014 um den gesamten Park der Villa Berg mitsamt der Gebäude selbst erweitert worden.

Herr Holch informierte beim Stammtisch ca. 30 Bürgerinnen und Bürger über die laufenden Projekte im Gebiet und über die intensive Beteiligung der Bürger. Wenn die Stadt eines Tages über die Villa Berg verfügen sollte, übernimmt das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung aller Voraussicht nach die Federführung für die Modernisierung und die Entwicklung eines Nutzungskonzepts.

Dokumente: